Retrospektive

Mit der Retrospektive bieten wir regelmäßig und mit Bezug auf Artikel im Johnson-Journal die Gelegenheit, auch ältere Veröffentlichungen über Uwe Johnson und sein Werk lesen zu können, die so online nicht zur Verfügung stehen. Das reicht von Zeitungsartikeln und Kritiken bis hin zu Texten in Anthologien oder Aufsatzsammlungen.


Wolfgang Werth: Eine Ente als Lesertest

Wolfgang Werth: Eine Ente als Lesertest

Im Mai 1964 machte der knapp dreißigjährige, als „Dichter der beiden Deutschland“ gerühmte Uwe Johnson der Redaktion des West-Berliner Tagesspiegels ein interessantes Angebot: Wenn sich die Zeitung entschlösse, die Programm-Vorschau des auf Betreiben des Springer-Konzerns von der gesamten West-Berliner Presse ingnorierten „Deutschen Fernsehfunks“ der DDR zu publizieren, dann stünde er, Johnson bereit, regelmäßig von ihm selbst auszuwählende Sendungen zu rezensieren.


Harald Hartung: Liegt Berlin nicht in der Uhrzeit?

Harald Hartung: Liegt Berlin nicht in der Uhrzeit?

Diese »Berliner Sachen« – eine Sammlung von Aufsätzen, Glossen, erzählenden Texten – hätte Uwe Johnson schon früher zum Buch bündeln können, nämlich 1971. Er mag seine Gründe haben, es gerade jetzt zu tun. Die jüngste dieser »Sachen« – »Vergebliche Verabredung mit V. K.«, der Schnappschuß einer Berliner Kneipe – datiert von 1971; der älteste hier aufgenommene Text »Berliner Stadtbahn« stammt »aus dem Sommer von ausgerechnet 1961« und erschien im Monat der Errichtung der Mauer.